10 Jahre proMAR: Ein Jubiläum
proMAR feiert Jubiläum: 10 Jahre Einsatz für Markheidenfeld
„Uns hat die Sorge um die Zukunft unseres Krankenhauses hier zusammengeführt“, mit diesen Worten eröffnete der damalige Stadtrat Ludwig Keller eine Gesprächsrunde mit Bürgerinnen und Bürgern aus Marktheidenfeld. Diese waren in der „Baumhoftenne“ zusammengekommen, als sich im Herbst 2015 die Anzeichen mehrten, dass der Bestand des örtlichen Krankenhauses bedroht ist.
Aus diesen Anfängen sei vor zehn Jahren eine Bürgerinitiative entstanden, die sich den Namen proMAR zugelegt habe, so eröffnete Vorsitzender Hans-Adam Stangl eine Jubiläumsfeier, zu der neben den aktuellen Mitgliedern auch Mitstreiter der ersten Stunde eingeladen waren. Die Feier finde bewusst am gleichen Ort statt, wo zehn Jahre zuvor engagierte Marktheidenfelder in Sorge um ihr Krankenhaus zusammengekommen waren. Stangl freute sich, auch eine Besuchergruppe aus Hersbruck (Nürnberger Land) begrüßen zu können, wo man ebenfalls um das Krankenhaus gekämpft und sich mit Marktheidenfeld verbündet hatte.
In seinem Rückblick auf die zehnjährige Geschichte von proMAR knüpfte Vorstandsmitglied Ludwig Keller an die Worte Stangls an. Damals hätten die um ihr Krankenhaus besorgten Marktheidenfelder ihn zusammen mit Rita Richter und Jens Schindler zu Beauftragten gewählt. Diese seien im November 2015 erstmals an die Öffentlichkeit gegangen. Der von ihnen gewählte Name proMAR sei damit begründet worden, sich „über das Krankenhausthema hinaus“ für den von Zentralitätsverlust bedrohten Standort Marktheidenfeld einsetzen zu wollen.
In der Folge habe proMAR „an allen Fronten“ gekämpft – mit öffentlichen Aufrufen, Auftritten in den Medien und Protestaktionen vor Ort, jedoch die Schließung des Marktheidenfelder Krankenhauses nicht verhindern können. Aus der Vielzahl der Aktivitäten hob Keller die Sammlung von mehr als 10.000 Unterschriften für eine medizinische Anlaufstelle am Krankenhaus Marktheidenfeld hervor. Damals habe ein hochmotiviertes Team aus den Reihen von proMAR einen Kraftakt vollbracht, der von beeindruckendem Gemeinschaftsgeist zeugte. Ein Video von der Übergabe der Unterschriften an den damaligen Landrat veranschaulichte das Geschehen vom 13. Januar 2017.
Keller umriss anschließend das weitere Geschehen: Landrat Schiebel führte in der Folge mehrfach Gespräche mit proMAR, bei denen Möglichkeiten, in Marktheidenfeld eine medizinische Einrichtung des Klinikums vorzuhalten, diskutiert wurden. Auf dieser Grundlage wurde ein Beschlussvorschlag erarbeitet, der in Marktheidenfeld die Errichtung eines medizinischen Stützpunktes vorsah und vom Kreistag mehrheitlich angenommen wurde - ein hart erkämpfter Erfolg von proMAR.
Dass Landrätin Sitter und der derzeitige Kreistag diesen für Marktheidenfeld so wichtigen Beschluss geräuschlos und ohne nennenswerten Widerstand aus dem Weg räumen konnten, ist für den Mitbegründer von proMAR bis heute unfassbar. Er nennt es den „schlimmsten Tiefschlag in der Geschichte von proMAR, eine üble Quittung für unsere Gesprächsbereitschaft“. Die Umstände, unter denen dies geschah, seien völlig undurchsichtig.
Damit sei leichtfertig die letzte Chance verspielt worden, am Standort des früheren Krankenhauses eine medizinische Einrichtung zu etablieren. Das als Leuchtturm-Projekt für Marktheidenfeld angekündigte „Pflegekompetenzzentrum“ habe sich schon bald als Luftblase erwiesen. Für das von Klinikleitung und Landkreis propagierte „Baumhofquartier“ fand Keller klare Worte: „Auf diese Lachnummer fallen wir nicht herein. Kein Ersatz für das, was uns am Baumhof genommen wurde.“
Stadt- und Kreisrätin Angelika Pflaum aus Hersbruck zog in ihrem Vortrag viele Parallelen zu den Entwicklungen in Marktheidenfeld. Trotz permanenten Einsatzes sei es nicht gelungen, das Krankenhaus Hersbruck zu erhalten. Sie dankte proMAR für die tatkräftige Unterstützung bei verschiedenen Großdemonstrationen. Frau Pflaum brachte es abschließend auf den Punkt: Weder in Marktheidenfeld noch in Hersbruck habe man das Krankenhaus retten können, aber Flagge für die eigene Stadt gezeigt, während sich andere wegduckten. „Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“
Im Folgenden wurde der Bezug zur Gegenwart hergestellt. Durch die Umwandlung der Bürgerinitiative in einen politischen Verein mit Satzung und fester Mitgliedschaft sei proMAR doch noch zu einer Erfolgsgeschichte geworden. Fraktionsvorsitzender Heinz Richter verwies darauf, dass proMAR bei der Kommunalwahl 2020 als zweitstärkste politische Kraft in den Stadtrat von Marktheidenfeld eingezogen sei. Dort gäbe es seitdem wechselnde Mehrheiten, Entscheidungen würden intensiv diskutiert. Die pragmatische und sachorientierte Ausrichtung von proMAR komme der Stadt bei Entscheidungsprozessen zugute. Und so könne seine Fraktion zuversichtlich der Wahl 2026 entgegensehen.
Vorsitzender Hans-Adam Stangl fasste unter dem Applaus der Festversammlung zusammen: 10 Jahre proMAR sind kein hohes Alter, und in Marktheidenfeld gibt es noch viel zu tun.
Weitere Informationen
Veröffentlichung
Weitere Meldungen
!Immer informiert! - Ihr Link zu Main Post Artikeln über Marktheidenfeld
https://www.mainpost.de/main-spessart/ort/marktheidenfeld
Klinikum Main-Spessart: Wer zahlt am Ende die Zeche?
Mo, 16. Februar 2026
Wer zahlt am Ende die Zeche? „Üblicherweise stellen Krankenhäuser zunächst einen Antrag ...