proMAR veranstaltet Info-Abend des Bürgerspitals Wertheim in Marktheidenfeld

Risikoarme Untersuchung kann lebensrettend sein

proMAR veranstaltet Info-Abend des Bürgerspitals Wertheim in Marktheidenfeld 

 

„Es freut mich sehr, dass so viele Menschen trotz Eis und Schnee zu unserem Vortragsabend gekommen sind“, mit diesen Worten begrüßte Moderator Ludwig Keller am Montagabend die Besucher einer Informationsveranstaltung des Bürgerspitals Wertheim, dessen Organisation die Marktheidenfelder Gruppe proMAR übernommen hatte. 

Als „Wunder von Wertheim“ habe die Wiederaufnahme des stationären Betriebs in der Nachbarstadt bundesweit für Aufsehen gesorgt. In Marktheidenfeld wisse man, so Keller weiter, was die Schließung eines Krankenhauses bedeute. Schließlich sei proMAR als Widerstandsbewegung gegen diesen Verlust entstanden. Dass mit dem Bürgerspital Wertheim eine grenzüberschreitende Versorgungslücke im Raum an Main und Tauber geschlossen werden konnte, wertet Keller als Segen für die gesamte Region, der vor allem den westlichen Stadtteilen von Marktheidenfeld zugutekomme.  

Der Ärztliche Direktor des Bürgerspitals, Dr. Gerhard Schüder, bedankte sich für die Einladung nach Marktheidenfeld. Jeder dritte Patient seines Krankenhauses komme aus dem angrenzenden bayerischen Gebiet. Durch die Ansiedlung einer Adipositas-Klinik sei die wirtschaftliche Voraussetzung geschaffen worden, um am Standort Wertheim wieder ein funktionsfähiges Krankenhaus mit Notaufnahme aufzubauen. Dr. Schüder hob die gute Zusammenarbeit mit dem Klinikum Main-Spessart und den Würzburger Kliniken hervor und betonte die Wichtigkeit des Miteinanders im heutigen Klinikbetrieb. 

Sodann stellte er Frau Dr. John vor. Mit dieser habe eine erfahrene Chefärztin, zuvor in Leonberg erfolgreich tätig, die Leitung der Inneren Abteilung übernommen. Sie ist ausgewiesene Expertin im Fachgebiet Gastroenterologie, das derzeit in Wertheim auf hohem technischem und medizinischem Niveau ausgebaut wird.  

In einem mitreißenden Vortrag gab Frau Dr. John Einblick in die vielfältigen und fortschreitenden diagnostischen Möglichkeiten der Gastroenterologie und veranschaulichte dies an zahlreichen Bildern und Grafiken. Anhand von Statistiken wies sie nach, dass die Zahl der Todesfälle durch Darmkrebs mit steigendem Anteil von Darmspiegelungen signifikant zurückgegangen ist. Wichtig sei eine frühzeitige Vorsorge, um Polypen als Vorstufen von Darmkrebs feststellen zu können. Diese seien im Frühstadium in der Regel noch nicht befallen und gut entfernbar. 

Wichtig war Frau Dr. John der Hinweis, dass etwa 20 Prozent der Darmkrebserkrankungen bei Menschen mit erblicher Belastung auftreten, so dass Familienangehörige schon frühzeitig gastroenterologisch untersucht werden sollten. Selbst wenn Darmkrebs festgestellt werde, sei dies in heutiger Zeit kein Todesurteil, da die therapeutischen Möglichkeiten in den letzten Jahren deutlich verbessert wurden. Wichtig sei auch hier der Zeitfaktor. Daher sollten Personen mit erhöhtem Risiko regelmäßig und in den ärztlich empfohlenen zeitlichen Intervallen zur Vorsorge gehen. 

Das Interesse in der abschließenden Fragerunde galt besonders den Risiken bei der Darmspiegelung. Hier konnte die Referentin mit dem Hinweis auf die minimale Zahl von Darmperforationen beruhigen. Das äußerst geringe Risiko einer Spiegelung stehe in keinem Verhältnis zu dem Leid der Betroffenen und zu dem enormen medizinischen Aufwand, den eine Darmkrebserkrankung verursacht. Mit viel Applaus wurde das abschließende Fazit von Frau Dr. John bedacht: Darmspiegelung ist eine der wirkungsvollsten Krebspräventionen, die wir in der Medizin haben.      

 

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Veröffentlichung

Mi, 04. Februar 2026

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