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Main Post Artikel: Schlaganfall: Klinikum Main-Spessart hält an spezieller Behandlung fest – und hofft, das Ministerium zu überzeugen

MAIN-SPESSART

Schlaganfall: Klinikum Main-Spessart hält an spezieller Behandlung fest  und hofft, das Ministerium zu überzeugen

Der Landkreis rechnet damit, dass der Bedarf an Schlaganfallbehandlungen steigen wird. Die sogenannte Thrombektomie sei auch wichtig für die Wirtschaftlichkeit des Klinikums.

VonCarolinSchulte

09.01.26, 17:00 Uhr

 

 

Trotz der harschen Abfuhr vom Gesundheitsministerium Ende Dezember hofft das Klinikum Main-Spessart weiter auf eine Genehmigung für eine spezielle Schlaganfall-Behandlung, die Thrombektomie. Das Klinikum will ein Zentrum für diese Behandlung werden. Schon jetzt hat es die Geräte und die medizinische Kompetenz und führt diese Behandlung durch – allerdings auf eigene Kosten. Eine Abteilung Neurochirurgie sowie das Thrombektomiezentrum als Teil der Neuroradiologie sind nämlich noch nicht offiziell genehmigt. In einem Pressegespräch im Dezember hatten Landrätin und Klinikleitung an das Gesundheitsministerium appelliert, die Genehmigung zu erteilen.

 

LOHR

Klinikum will Schlaganfall-Patienten im Landkreis behandeln können  und tut das im Moment auf eigene Kosten

Wolfgang Dehm

 

Das Gesundheitsministerium hatte daraufhin auf Anfrage des Main-Echo erklärt, dass eine Neurochirurgie und eine Thrombektomie erst im September beantragt und vom Gesundheitsministerium nie zugesagt wurden. Darauf reagiert nun das Landratsamt in einer Stellungnahme: Klinikreferent René Bostelaar habe in dem Pressegespräch nicht behauptet, dass das Ministerium eine Zusage für den Aufbau von Neurochirurgie und Thrombektomie gemacht habe. Das Ministerium habe aus Sicht des Landratsamts ausführlich auf eine Aussage reagiert, die nicht gefallen sei.

 

 

Landkreis will Krankenkassen und Ministerium überzeugen

 

Der Landkreis beruft sich aber darauf, dass der Freistaat für den Neubau des Klinikums eine „zeitgemäße Notfallversorgung“ zugesagt habe. Seit Anfang September habe das Klinikum 19 „Rekanalisationstherapien“ bei akutem Schlaganfall durchgeführt, also verstopfte Blutgefäße zum Beispiel mit einer Thrombektomie wieder geöffnet. Das zeige, dass der Bedarf und die Expertise im Klinikum vorhanden seien, heißt es aus dem Landratsamt.

2024 hatte Klinikreferent Bostelaar im Werkausschuss des Kreistags erklärt, man könne auf Dauer mit 60 Thrombektomien im Jahr im Landkreis rechnen. Damit könnten Mehrerlöse von bis zu zwei Millionen Euro pro Jahr erzielt werden.

 

Angesichts des demografischen Wandels rechne man damit, dass der Bedarf weiter steigt.

„Wir bleiben daher zuversichtlich, dass die Fakten das Gesundheitsministerium und die Krankenkassen überzeugen werden“, schreibt Landratsamtssprecher Markus Rill abschließend.

 

proMAR verwundert über Vorgehen

 

„Befremdet“ vom Vorgehen der Klinikleitung zeigt sich die Wählervereinigung proMAR, die als Protestgruppe gegen die Schließung des Marktheidenfelder Krankenhauses entstanden war. Wie die Gruppe schreibt, erscheint es ihr „weder realistisch noch auf Dauer finanzierbar, dem Klinikum Main-Spessart, als Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung, Abteilungen einer höheren Versorgungsstufe angliedern zu wollen“. Der Landkreis dagegen sagt, die Durchführung von Thrombektomien und der Aufbau einer Neurochirurgie seien wichtig für die Wirtschaftlichkeit des Klinikums.

 

Entscheidung im Mai erwartet

 

Weiter schreibt proMAR: „Das Vorgehen wirft jedenfalls Fragen auf und befremdet umso mehr, als der Klinikleitung die Regularien, die für Krankenhäuser in Bayern gelten, sehr wohl bekannt sein dürfen.“ Hierzu weist das Landratsamt darauf hin, dass die Krankenhausreform und die bayerische Bedarfsplanung erst ins Rollen kamen, als der Neubau schon im Bau und das medizinische Konzept schon gebilligt war.

 

Das Gesundheitsministerium wird voraussichtlich im Mai im Krankenhausplanungsauschuss prüfen und entscheiden, ob das Klinikum in Lohr den Zuschlag für ein Thrombektomiezentrum und den Aufbau einer Neurochirurgie bekommt.

Weitere Informationen

Veröffentlichung

Mo, 12. Januar 2026

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