Stellungnahme von proMAR zum Main Post Artikel: "Ministerium widerspricht Klinik in Lohr: Keine Genehmigung für spezialisiertes Schlaganfallzentrum erteilt"
STELLUNGNAHME:
Vorgehensweise des Klinikums erfordert umfassende Aufklärung
Der Artikel „Keine Genehmigung für Schlaganfallzentrum erteilt“ verschlägt einem geradezu die Sprache. Darin geht es um das Vorhaben des Klinikums Main-Spessart, am Standort Lohr zwei neue Fachabteilungen zu etablieren: Neurochirurgie und Thrombektomie. Wenn wir es richtig verstanden haben, sind diese beiden Fachbereiche Krankenhäusern der Schwerpunkt- bzw. Maximalversorgung vorbehalten - und sie bedürfen der Genehmigung durch das bayerische Gesundheitsministerium. Beide Voraussetzungen sind dem Artikel zufolge beim Klinikum Main-Spessart nicht erfüllt.
Offensichtlich wurde hier mit dem Aufbau der genannten Fachabteilungen begonnen, ohne die Zustimmung des Ministeriums abzuwarten. Sollte damit versucht werden, eine Genehmigung durchzusetzen, die unter regulären Umständen nicht zu erhalten ist? Das Vorgehen wirft jedenfalls Fragen auf und befremdet umso mehr, als der Klinikleitung die Regularien, die für Krankenhäuser in Bayern gelten, sehr wohl bekannt sein dürften.
Um nicht missverstanden zu werden: Gegen das Bestreben, die medizinischen Angebote im eigenen Haus zu optimieren, ist nichts einzuwenden. Doch hat dies im Rahmen der geltenden Regeln zu erfolgen. Bei der Krankenhausplanung spielen übergeordnete Gesichtspunkte eine wichtige Rolle. Der hohe finanzielle und personelle Aufwand macht es erforderlich, die Verteilung der Kliniken, die Schwerpunktversorger sind, regional ausgewogen zu gestalten.
Dies ist in Unterfranken gewährleistet, zumal der Landkreis Main-Spessart an Würzburg angrenzt, wo nicht nur ein Krankenhaus der Schwerpunktversorgung, sondern mit der Universitätsklinik auch ein Haus der Maximalversorgung zur Verfügung steht. Daher erscheint es weder realistisch noch auf Dauer finanzierbar, dem Klinikum Main-Spessart, als Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung, Abteilungen einer höheren Versorgungsstufe angliedern zu wollen.
Was bei der verfahrenen Situation verwundert, ist das Schweigen der politischen Verantwortungsträger im Landkreis Main-Spessart. Die deutlichen Worte aus dem Gesundheitsministerium sollten aufhorchen lassen. Wie steht man im Landratsamt zu dem Pokerspiel, das bei den Genehmigungsbehörden offenbar gar nicht gut ankommt? Gefordert sind jetzt umfassende Aufklärung der Öffentlichkeit und eine rasche politische Reaktion, die Klarheit schafft.
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